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Forum - News zu den Märkten von Bill B.

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News zu den Märkten von Bill B.
# 1

Was wäre, wenn ich mit Gold falsch liegen würde?

von Bill B.

Die Fed möchte ja unbedingt ein todgeweihtes System am Leben erhalten. Sie setzen lebenserhaltende Maßnahmen ein. Sie führen reinen Sauerstoff zu - die Politik des leichten Geldes. Und per Tropf kommt mehr Stimulus". Die Wirtschaft keucht jedes Mal, wenn sie atmet. Tote Gesellschaften wie GM werden wiedergeboren. Aber wenn man die lebenserhaltenden Maßnahmen einstellt - dann kollabieren sie.

 

Haushalte, die eigentlich tot im Wasser schwimmen, lernen, wie man unter Schulden untergetaucht überlegt. Dafür sorgen spezielle Hypotheken-Refinanzierungen von staatlichen Anbietern wie Fannie Mae oder Freddie Mac, die es ermöglichen, dass Hypotheken von bis zu 125% des Hauswertes aufgenommen werden können.

 

Und die gehirntoten Experten bei der Fed und beim US-Finanzministerium bieten weiterhin ihre Elixiere an - obwohl die nie funktioniert haben.

 

Mit anderen Worten: Alles läuft so, wie es sollte. Aber was passiert als nächstes?

Ah...hier wird es jetzt schwierig. Weil ich mein Vertrauen verliere. Ich hatte gedacht, dass es der US-Wirtschaft noch schlechter gehen wird (schließlich kann man ein halbes Jahrhundert der Kreditexplosion nicht in ein paar Monaten korrigieren)...und dass die Fed weiterhin dagegen vorgehen würde. Wenn mehr und mehr Leute ihre Arbeitsplätze verlieren, würde die Fed immer eifriger. Schritt für Schritt würde sie immer experimentellere Techniken einsetzen.

 

Das führte ja auch zu den neuen Techniken wie quantitative easing" oder der Technologie, die Druckerpresse genannt wird", um Ben Bernanke zu zitieren.

 

Ich dachte mir, dass die Fed damit früher oder später eine starke Inflation heraufbeschwören würde. Deshalb dachte ich immer: Einfach Gold kaufen und abwarten.

 

Aber was ich jetzt sehe, ist: Wir sind in einer Sackgasse.

Sowohl ich als auch die Fed.

 

Sichere ich mich jetzt gegen einen weiteren Abschwung ab...gegen eine Deflation, gegen fallende Aktienkurse? Oder sichere ich mich gegen eine Inflation ab...gegen einen fallenden Dollar...einen kollabieren Anleihenmarkt?

Was wäre, wenn ich jetzt weiterhin stark auf Gold setze...und die Fed schafft es NIEMALS, eine starke Inflation herbeizuführen? Was wäre, wenn der Schmerz der Depression stark genug ist, um sogar Maßnahmen der Fed wie das quantitative easing" auszuhalten?

Was wäre, wenn die Chinesen sagen: Wenn Eure Geldmenge um mehr als 10% pro Jahr steigt, dann hören wir auf, Eure Defizite zu finanzieren?

Dann könnte der Goldpreis sinken...oder einfach stagnieren....für die nächsten 10 Jahre.

Bin ich darauf vorbereitet, das auszusitzen?

Es ist Zeit, in den Pub zu gehen...

---

Man kann viel, wenn man sich nur recht viel zutraut.
Wilhelm von Humboldt

Bild 02.09.2009, 11:27
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 2

Das ist das Schöne daran, ein zentraler Planer zu sein

von Bill B.

China ist ein spezieller Fall. Reich zu werden ist ruhmvoll", verkündete Deng Xiaoping, nachdem er 1978 an die Macht gekommen war. Den Leuten wurde es erlaubt, Unternehmen zu gründen, Löhne zu zahlen, Bankkonten zu haben. Heute ist der chinesische Unternehmer in vielen Bereichen freier als sein Gegenstück in, sagen wir einmal, Frankreich oder den USA.

 Er hat mit weniger Gegenwind zu kämpfen. Es werden über Nacht Fabriken gegründet - und schnell ist jemand neu im Geschäft.

 Die chinesische Wirtschaft war so dynamisch, dass sie auf die zentralisierte Geldpolitik der USA in Rekordzeit antwortete. Als Reaktion auf die Rezession der Jahre 2001-2002 senkten die Amerikaner ihre Leitzinsen und erhöhten die öffentlichen Ausgaben kräftig. Dies führte zu einer Blase im Immobiliensektor. Das gab den englischsprachigen Konsumenten Appetit. Schnell konsumierten sie kräftig, und zwar jede Menge Güter aus China.

 Jetzt antworten die zentralen Planer auf eine Verdauungsstörung. Ein IWF-Bericht gibt uns einen Maßstab der Antwort. Wenn man all die Staatsgarantien, Käufe von toxischen" Wertpapieren und andere Formen der staatlichen Hilfe, welche von den G20 Nationen durchgeführt worden sind, addiert - dann kommt man auf ungefähr ein Drittel von deren kombiniertem Bruttoinlandsprodukt.

Und das sind nur die monetären Stimulierungen. Die fiskalischen Programme machen weitere 5,5% des Bruttoinlandsproduktes aus.

 Die amerikanische Zentralbank verlängert ihre Bilanz so schnell, dass es fast keinen Platz mehr gibt. Und was die Fiskalpolitik betrifft: In den USA ist der Meilenstein eines 1 Billionen-Dollar Defizits genommen worden. Und das Jahr ist noch nicht zu Ende.

 Die chinesischen Planer genießen ihre Freiheit. Es gibt keinen Gläubiger, der ihnen über die Schulter schaut, und sie können den Abschwung ohne Bedenken bekämpfen. China zurück im Spekulationsblasen-Land", so die Financial Times. In den ersten 6 Monaten des Jahres haben die chinesischen Banken mehr als 1 Billion Dollar verliehen - ungefähr 4 Mal so viel wie 2007. Sie konnten mehr verleihen, weil die Devisenreserven weiter steigen, und zwar bei inzwischen über 2 Billionen Dollar stehen.

Auch durch Spekulanten kommt Geld ins Land: Denn die Umsätze an den chinesischen Aktienbörsen sind bis zu drei Mal so hoch wie im Vorjahr.

 Die chinesischen Planer dachten, dass sie sehr smart seien. In den Boom-Jahren hatten sie den Yuan fixiert und weigerten sich, ihn gegenüber dem Dollar aufzuwerten. Das ließ den chinesischen Exportsektor drastisch wachsen.

 Aber wie überall, wenn es um zentrales Planen geht, hatte das auch eine negative Auswirkung. Sie wussten eben nicht, dass ihr größter Kunde pleite gehen könnte. Jetzt haben sie zu viele Fabriken die zu viele Güter produzieren. Für zu viele Leute die es sich nicht leisten können.

 Aber das ist das Schöne an einem zentralen Planer: Man muss sich nie für etwas entschuldigen.

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Wilhelm von Humboldt

Bild 02.09.2009, 11:31
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 3

"Boden noch nicht erreicht"

 Im Rahmen der Bekanntgabe der Halbjahrszahlen des börsennotierten Münchner Beratungs- und Investmenthauses für kleine und mittlere Unternehmen, UCA, heißt es im Schlusssatz lapidar, dass der Boden in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht erreicht sei". Das erscheint schon irgendwie komisch, zumal den Massenmedien zufolge die Bodenbildung bereits abgeschlossen ist.

 Hohe Erwartung an neuem Aufschwung

 Wie auch immer, sehr seltsam ist auch, dass die Hoffnung auf einen neuen Aufschwung mittlerweile massenmedialer Konsens ist. Überall wird davon geschrieben, dass die Talsohle durchschritten sei und es relativ rasch wieder bergauf gehen werde. Erstaunlich ist aber immerhin, dass selbst im Mainstream nur von einem gedämpften und zähem Aufwärtstrend gesprochen wird.

 Ja, liebe Leserin, lieber Leser, offensichtlich wird mit allen Mitteln versucht, einen neuen Aufschwung mit Gewalt herbei zu schreiben. Ob, wann und wie dieser dann tatsächlich kommen wird, steht in den Sternen.

Immer restriktivere Kreditvergabe

 Ungeachtet dieser Erwartungshaltung verdüstert sich aber die Lage an der Kreditfront zusehends. Laut ifo-Institut klagten im Juli 45,1 Prozent der befragten Unternehmen über eine restriktive Kreditvergabe der Banken. Im Vormonat waren es nur 42,4 Prozent. Fakt ist zudem, dass sich der Zugang zu Krediten nach dem Urteil aller Unternehmen deutlich erschwert hat". Trotz der expansiven Geldpolitik der EZB schränken die Banken ihre Kreditvergabe weiter ein. Ein Grund dafür sind die massiven Eigenkapitalverluste mancher Banken im Zuge der Finanzkrise.

 Getrübte Aufschwungshoffnung

 Wortwörtlich schreibt das ifo-Institut, dass die Gefahr, dass der erhoffte Aufschwung durch eine Unterkapitalisierung des Bankensystems behindert wird, gewachsen ist". Fakt ist zudem, dass nach Angaben der EZB allein von Mai auf Juno diesen Jahres das Volumen der Unternehmenskredite um sage und schreibe 35 Milliarden Euro rückläufig war. Dabei handelt es sich um den schärfsten Rückgang seit dem Jahr 2003. Insofern verwundert es nicht wirklich, dass das Wachstum der Geldmenge M3 in der Eurozone nunmehr nur noch mickrige 3,5 Prozent beträgt.

 Weitere Verschärfung im dritten Quartal

 Hinzu kommt, dass laut der aktuellen Juli-Bundesbank-Umfrage zum Kreditgeschäft im dritten Quartal eine weitere Verschärfung der Kredit-Richtlininen an Private und Unternehmen ansteht. Bereits im zweiten Quartal wurden die Standards für Kredite an private Haushalte leicht verschärft und die Margen für Konsumentenkredite sowie für durchschnittliche Wohnungsbaukredite etwas ausgeweitet.

 Aber, noch ist es ja nicht so weit wie es der griechische Historiker Herodot beschrieb:

Unter der Regierung des Pharao Asychis herrschte große Not an Geld, und es wurde ein Gesetz erlassen, dass man gegen Verpfändung der Mumie des eigenen Vaters Geld borgen dürfe".

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Wilhelm von Humboldt

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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 4

Keine Verbesserung am Arbeitsmarkt

von Bill B.

Das Konjunkturprogramm sollte die Arbeitslosenquote bei 8% kappen. Offiziell liegt die Zahl heute bei 9,5%. Wirtschaftswissenschaftler David Rosenberg geht davon aus, dass die wahre Arbeitslosenquote doppelt so hoch ist.

 Und die Unternehmen streichen die Stellen sogar noch schneller als erwartet. Wirtschaftwissenschaftler Arthur Okun schlägt eine Daumenregel für die Vorhersage der Arbeitslosenquoten in einer Konjunkturkrise vor. Aber die Unternehmen entlassen nicht nur die überflüssigen Arbeitskräfte, sie entlassen auch Arbeiter, auf die man normalerweise nicht verzichten könnte. Und darüber hinaus arbeiten die, die noch übrig bleiben, weniger Stunden in der Woche als je zuvor verzeichnet wurde.

 In der Vergangenheit waren die Arbeitnehmer schnell bereit, dorthin zu ziehen, wo es noch Stellen gab. Der Sonnengürtel hat sich normalerweise zuerst wieder erholt. Aber Florida, Kalifornien und Nevada sind diesmal noch stärker als der Rest des Landes von der Krise betroffen - mit Zwangsvollstreckungen in Rekordhöhe, Einschnitten bei der Regierung und Konkursen. Jetzt bleiben die Arbeitslosen da wo sie sind, und sie bleiben auch weiterhin arbeitslos.

 Aktuell stagniert die zusätzliche Kapazität in den Vereinigten Staaten - sowohl am Arbeitsmarkt als auch beim Kapital. Die Nutzung der Kapazitäten liegt theoretisch bei nur 65%, das Output kann daher noch um 35% gesteigert werden, ehe irgendwelche neuen Kapitalinvestitionen gemacht werden.

 Eine Erholung? Das können Sie vergessen", sagt Rosenberg.

Nachdem wir jetzt mit den Tatsachen abgeschlossen haben, beende ich meine Kritik des Konjunkturprogramms. Wahnsinnige in Machtpositionen, die Stimmen aus der Luft hören, beziehen ihre Ekstase von irgendeinem akademischen Schreiberling aus alten Zeiten", schrieb John Maynard Keynes. Und jetzt sind wir es, die Keynes Stimme hören.

 Heute sind wir alle Keynesianer", sagte Richard Nixon, als er sich den Sturzhelm auf den Kopf setzte.

Keynes kam vermutlich in der Sonntagsschule auf die Idee eines kontrazyklischen Stimulus. Und es war eine gute Idee. Einfach... intuitiv richtig... praktisch demonstriert... und theoretisch ehrlich. Aber dennoch ist es ihm und seinen Nachfolgern gelungen, die Sache in den Sand zu setzen.

 Die Allgemeine Theorie ist keine Theorie

 Zum einen handelt es sich bei Keynes Allgemeiner Theorie gar nicht um eine Theorie... zumindest nicht im wissenschaftlichen Sinne. Sie kann nicht getestet werden. Die Ergebnisse lassen sich nicht reproduzieren. Es ist vielmehr nur eine Vorstellung davon, wie die Dinge funktionieren sollten, basierend auf einer Geschichte aus dem Alten Testament.

 Ein Pharao hatte einen Traum: Er träumte, dass er sieben fette Kühe sah, die von sieben mageren Kühen verschlungen wurden. Er wusste nicht, was dieser Traum zu bedeuten hatte, also rief er nach einem jungen Hebräer, der die Träume seines Herren interpretierte. Joseph erzählte dem Pharao, dass Ägypten in den Genuss von sieben Jahren des Überflusses kommen würde, auf die sieben Jahre des Hungers folgen würden. Er sagte ihm, was er tun solle. Er solle in den fetten Jahren so viel Getreide wie möglich lagern... so dass er es verteilen könne, wenn die Zeiten schwerer werden.

 Das ist eine Geschichte, die wir alle kennen. Sie ist leicht zu erzählen und leicht zu verstehen. Aber die modernen Wirtschaftwissenschaftler haben sie so verdreht, als handelte es sich dabei um die Inflationszahlen. Sie bleiben dabei, dass ein Abwärtstrend im Geschäftszyklus so etwas ist wie eine Dürre. Und dass man den Auswirkungen einer Dürre entgegenwirken kann, indem man der Wirtschaft einen Stimulus gibt - Liquidität - aus dem öffentlichen Sektor.

 Das Problem ist, dass das völlig an der Sache vorbeigeht. Können Sie sich daran erinnern, dass in den Blasenjahren öffentlich dazu aufgefordert wurde, die Ausgaben zurückzufahren? Oder können sie sich an einen Finanzminister oder Vorsitzenden der Zentralbank erinnern, der vorgeschlagen hätte, dass die amerikanische Regierung in den fetten Jahren echte Haushaltsüberschüsse führen sollte?

 Erwähnt irgendeine Schlagzeile aus irgendeiner Zeitung im Lande einen Lagerraum, in dem Getreide oder Schätze für die mageren Jahre gelagert werden? Absolut nicht! Vielmehr ermutigt die Regierung die Leute dazu, ihr Getreide aufzuessen. Die Regierungen haben sogar in den Blasenjahren Defizite anlaufen lassen, wobei das größte Defizit der Geschichte im Jahr 2008 erreicht wurde, als die mageren Jahre gerade erst begonnen hatten. Jetzt haben sie kein echtes Getreide mehr zu bieten. Also versucht man es jetzt mit einem leichtsinnigen, Katastrophen herausfordernden Stunt - indem man trügerisches Geld verteilt wie Sauerbier...

 Die kommenden Generationen werden sich das Video ansehen und sie werden lachen, bis ihnen der Bauch wehtut.

Bis zum nächsten Mal

 

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Wilhelm von Humboldt

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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 5

1.09.09

Die Hausbesitzer kommen nicht mehr nach

von Bill B.

Ben Bernanke wurde in der vergangenen Woche für eine weitere Amtszeit als Vorsitzender der Bundeszentralbank bestätigt. Und die Administration Obama sagte, die Konjunkturkrise sei schlimmer, als sie gedacht habe. Deswegen musste die Einschätzung des Haushaltsdefizits für das Jahr 2010 auf den neuesten Stand gebracht werden - ein Anstieg um 19% - auf 1,5 Billionen Dollar. Das Haushaltsbüro des Kongresses hat selbst nochmal nachgerechnet und kam auf 1,4 Billionen Dollar. Wie dem auch sei, es ist und bleibt eine Menge Geld.

 

Ich habe mich gefragt, wo das Geld herkommen soll. Goldmans oberster Wirtschaftswissenschaftler, Jan Hatzius, sagte, er denke, ein großer Teil des Geldes würde von der Zentralbank zu Geld gemacht... mit einem Anstieg der Bilanz der Zentralbank um bis zu zwei Billionen Dollar.

 

Die Bilanz der Zentralbank ist der monetäre Ballast für die gesamte Wirtschaft. Wenn sie steigt, dann tut das auch die Segelfläche, die die Regierung hissen kann. In der Theorie steigt das Potenzial für eine Deflation geometrisch. Ein Dollar auf der Bilanz der Zentralbank, kann in der Wirtschaft zu 10 Dollar werden. Bernanke hat die Bilanz der Zentralbank bereits verdoppelt - indem er das Scheitern der Wall Street und die Schulden der Regierung im Wert von einer Billion Dollar aufgekauft hat. Es ist möglich, dass weitere zwei Billionen Dollar gekauft werden müssen - und das bringt die Summe auf vier Billionen Dollar - noch ehe die Krise hinter uns liegt, sagt der Mann von Goldman.

 

Hauspreise fallen auch weiterhin

 

Die Hauspreise fallen nach wie vor, wie wir aus dem jüngsten Bericht erfahren, aber „weniger als prognostiziert". Sind das gute Nachrichten? Nun, es könnte schlimmer sein.

 

Die letzten Absatzzahlen zeigen eine Tendenz nach oben. Aber eine sorgfältige Analyse zeigt, dass die Zahlen für die Hausverkäufe immer noch fürchterlich sind. Die Leute kaufen Häuser für 250.000 Dollar... aber das sind die Häuser, die sie im Jahr 2005 für 500.000 Dollar gekauft haben. Und die armen Leute mit den Häusern im Wert von 500.000 Dollar... und den gewaltigen Hypotheken... gehen unter. Fast der Hälfte von Ihnen wird im Jahr 2011 das Wasser bis zum Hals stehen, heißt es in Schätzungen.

 

Die Regierung sagt jetzt, dass eine Arbeitslosenquote von 10% unvermeidbar sei. Den Menschen fällt es natürlich schwer, ihre Hypotheken zu bezahlen, wenn sie ihren Arbeitsplatz verloren haben.

 

„Die Zahl der Kreditsäumnisse steigt steil an", heißt es in einer Schlagzeile.

 

Wenn die Hausbesitzer vor zwei Jahre mit ihren Hypothekenzahlungen zurück waren, gab es eine Chance von 45%, dass sie das wieder auffangen würden. Das bezeichnet man als die „Heilungsrate". Nun, heute ist diese Rate auf 6,6% gefallen. Die Hausbesitzer schaffen es nie, die Hypotheken wieder aufzufangen... sie fallen immer weiter und weiter mit ihren Zahlungen zurück, bis das Haus zwangsversteigert wird.

 

Analysten wenden den Blick nach China

 

Wollen Sie noch weitere Nachrichten hören? Aus den vergangenen Rezessionen sind die als erste herausgekommen und sie haben den Rest der Welt mitgezogen. Diesmal sind die Vereinigten Staaten immer noch auf dem Weg nach unten... und deswegen blicken die Analysten jetzt nach China. Die Volksrepublik wächst sehr schnell. Sie sagt auch, sie habe in diesem Jahr eine Inflation von 2%. Aktuell fallen die Preise in einer Geschwindigkeit von 1,8%. China befindet sich in einer Deflation, nicht in einer Inflationsphase. Was ist los in China? Das werden wir noch eine Weile lang nicht wissen können... aber verlassen sie sich nicht auf China, wenn es darum geht, die Welt aus der Korrektur zu ziehen. China braucht die Korrektur ebenso sehr wie jeder andere auch.

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Wilhelm von Humboldt

Bild 02.09.2009, 11:40
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 6

2.09.09

Zurück zu unseren Vorfahren

von Bill B.

Jetzt schrumpft die Zahl der Sommertage zu den wenigen letzten kostbaren Tagen. In der vergangenen Woche war es morgens bewölkt und kühl in Zentralfrankreich. Die Blätter an den Espen und den Linden sind schon gelb geworden und wenn der Wind weht, dann fallen sie zu Boden, als würden sie versuchen, vor etwas davonzukommen.

 An einem Nachmittag wurde ich zu einer privaten Führung durch eine Grotte nicht weit von hier eingeladen. Meiner Information zufolge, wurde diese Grotte vor hunderten Jahren durch einen hinunterfallenden Felsen versiegelt. So war sie geschützt und bewahrte die menschlichen Überreste einer Behausung von vor 30.000 Jahren.

Ja, es gibt eine Spanne von ungefähr 10.000 Jahren in denen es wenige Nachweise menschlicher Besiedlung in Europa gibt", sagt der Besitzer. Vielleicht sind die Menschen in dieser Phase fast ausgestorben. Wir wissen nicht, was passiert ist. Aber als die Höhle geöffnet wurde, fanden wir Überreste, die aus dieser Zeit stammen. Es ist ein ganz beachtlicher Fund. Eine Gruppe von 20 Wissenschaftlern hat den ganzen Sommer lang daran gearbeitet. Sie haben mir erzählt, dass sie pro Tag 10.000 Artefakte finden. Wir sprechen dabei natürlich nicht von Statuen und Streitäxten. Die meisten dieser Funde sind Knochenfragmente... vielleicht auch nur Getreidekörner..."

 An diesem Nachmittag sollte ich mehr herausfinden.

 Ich fragte mich nur zuvor, was ich versuchte herauszufinden?

 Nun, wir wollen verstehen, was vor sich geht... oder nicht?

 Und wir wollen Vermutungen darüber anstellen, was vermutlich als nächstes passieren wird, nicht wahr?

 Wir wüssten zum Beispiel gerne, ob die Aktien steigen oder fallen werden... und ob es eine gute Zeit ist, um Immobilien zu kaufen... oder Gold... oder Schatzanleihen. Das wüssten wir gerne, oder nicht?

 Natürlich würden wir das gerne wissen. Dummerweise ist es dem Menschen nicht vergönnt, sein Schicksal zu kennen", wie die Menschen im Altertum sagten. Wir wissen nur, was in der Vergangenheit passiert ist... und wir kennen das Schicksal der Menschen, die vor uns kamen... und auch das wissen wir nur mit großen Unsicherheiten. Wir haben nur Geschichten.

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Wilhelm von Humboldt

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »starfreund« (02.09.2009, 11:45)

Bild 02.09.2009, 11:44
Offline Ehwaz Männlich
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 7

Hallo Starfreund,

hört sich gut an auch Ich bin ein Mann mit sehr weit reichenden Wurzeln,

man sagt sogar ich komme aus dem Nebel, und dort werde Ich dann wohl auch wieder hingehen.

Deswegen freut mich dieser beitrag besonders.

Euer Ehwaz! 

Bild 02.09.2009, 21:48
Offline Dagaz Männlich
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 8

Liebe Clubfreunde,

für uns kleinen Leute liegt vieles im Nebel und wir sehen immer nur kurz auf das was uns Beschäftigt.

Dieses mal ging der Vorhang auf und was wir gesehen haben war nicht schön in diesem Jahr.

Manch einem hat es dann doch auch getroffen, Haus, Arbeit, ( manchmal auch Frau) verloren usw.

Ich kann nur sagen schauen Sie nach vorn, Sammeln Sie Kraft und Geld.;)

Hier im HY-PK können sie diese Angelegenheiten dann erfolgreich

ab Arbeiten, schon nach 30 bis 60Banktagen und 1000€ können Sie über 8500€ Kapital Verfügen oder auch noch mehr.

Euer Dagaz!

 

Bild 08.09.2009, 11:10
Offline helmut Männlich
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RE:News zu den Märkten von Bill B.
# 9

Mutti und Vati wird keine Pause gegönnt

von Bill B.

Liebe Leserin, lieber Leser,

"I'm Brazilian. I have gold. And I've just arrived from Rio richer anyone..."

Ich bin Brasilianer. Ich habe Gold. Und ich bin gerade aus Rio angekommen, reicher als irgendwer..."

Das singt ein Charakter in einer Operette von Jacques Offenbuch. Aber das war in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Aber hey, die guten Zeiten kommen wieder.

Raten Sie einmal, was im vergangenen Jahr passiert ist. Einer Studie der Boston Consulting Group zufolge, ist die einzige Region der Welt, die im vergangenen Jahr reicher wurde, Lateinamerika... angeführt von Brasilien.

Der Rest der Welt wurde um 11% ärmer, heißt es von BCG. Unten in der Gegend von Rum und Sonne wurde man jedoch um 3% reicher.

Also werden sich meine Investitionen in Süd- und Zentralamerika vielleicht doch als gut erweisen.

Derweil zurück zur entwickelten Welt... was ist da los? Es gibt zwei große Schulen. Meine und die andere.

Wer hat Recht? Das dürfen Sie entscheiden.

Die anderen" sagen, die Krise sei vorbei. Wir müssen dafür dem Himmel danken - und der Regierung.

Jetzt kehren wir zur Normalität zurück... oder vielleicht auch zur neuen Normalität" mit geringeren Wachstumsraten als zuvor. Janet Yellen, Gouverneur aus San Francisco, sagt, dass die Erholung lau" sein würde. Andere sagen, sie würde schwach... weich... und ausgedehnt sein.

Die langsamste Erholung seit 1945", heißt es in einem Bericht von Bloomberg.

Sie mag langsam sein, sagen sie, aber sie sei wenigstens sicher. Der Aktienmarkt würde das beweisen.

Weltweit sind die Aktien um 65% gestiegen, wobei die Vereinigten Staaten hinterherhinken. Hier sind die Aktien um kaum 40% gestiegen. Der Dow ist gestern um 21 Punkte nach oben geklettert - er hat immer noch einen weiten Weg vor sich, um den Punkt der Rückkehr um 50% bei 10.300 Zählern zu erreichen.

Meiner Ansicht nach, gibt es keine Erholung. Überhaupt keine. Jegliche Verbesserung im Bereich der Wirtschaft kann auf die Rettungsmaßnahmen zurückgeführt werden. Nichts davon - kein einziger Penny - ist organisches, natürliches oder beständiges Wachstum. Wenn die Subventionen für die neuen Autos wegfallen, dann wird auch der Absatz am Automarkt einbrechen.

Ich habe mit Addison Wiggin im Jahr 2003 ein Buch geschrieben. In diesem Buch habe ich vorhergesagt, dass die Vereinigten Staaten Japan in eine ausgedehnte Konjunkturkrise folgen würden. Ich dachte, dass es nach der Technologiekrise im Jahr 2000 losgehen würde. Damals habe ich falsch gelegen. Aber jetzt scheint es loszugehen. Und die Regierung tut - wie vorherzusehen - das gleiche, wie damals die japanische Regierung - trotz Bernankes Zusicherung, dass er nicht zulassen würde, dass das Land in die japanische Deflationsfalle tappen würde.

Eine Sache, die Japan damals tat, war die Senkung der Zinssätze... man hat das Geld praktisch an jeden verschenkt, der es leihen wollte. Aber die japanischen Verbraucher wollten kein Geld leihen, sie wollten sparen. Sie hatten auf die Blase spekuliert und hatten Geld verloren. Und als dann der Ruhestand näherrückte, wollten sie ihre Ersparnisse wieder auffüllen und ihre Bilanzen aufstocken.

Die japanische Regierung hat also Geld auf den Tisch gelegt... und es wurde von den Spekulanten genommen, nicht von der Realwirtschaft. Die Spekulanten haben den Yen zu sehr geringen Zinssätzen geliehen und dann das Geld in laufenden Sektoren anderswo reinvestiert - wie z.B. in die Dotcom-Blase in den USA. Der Yen wurde zur Finanzierungswährung" der Welt.

Wenn man in China einen Fabrik bauen oder auf argentinische Anleihen wetten wollte, dann konnte man anfangen, indem man sich günstig Geld in Japan geliehen hat. So hat Japan zum weltweiten Boom beigetragen. Aber nicht in Japan. Das Land der aufgehenden Sonne schien am Morgen nicht hoch zu kommen. Immobilienanleger haben 80% ihres Geldes verloren. Aktienmarktanleger haben genauso viel verloren... Selbst heute noch, 20 Jahr später, sind sie immer noch um 75% gefallen.

Und jetzt kommen die Vereinigten Staaten von Amerika mit supergeringen Zinssätzen des Weges. Aber wer leiht das Geld? Nicht die Mütter und Väter in Amerika. Sie haben nichts mehr, das sie beleihen könnten. Und die Banken wollen kein Geld an sie verleihen: Die Banken brauchen ihr Geld selbst. Abgesehen davon weiß jeder, dass die Haushalte in Amerika im Schnitt Geld verlieren.

Mehr noch, die Mütter und Väter in Amerika wollen kein Geld leihen.

Sie haben 10 Jahre lang Geld an der Wall Street verloren. Die Aktien sind heute nicht mehr wert als vor 10 Jahren. Und ihre Häuser - auf deren steigende Preise sie sich für ihren Ruhestand verlassen hatten - sind um 20%-40% eingebrochen. Und sie fallen immer weiter.

Den armen Müttern und Vätern scheint keine Ruhe vergönnt. Sie sparen jetzt verzweifelt für ihren Ruhestand - und das zum schlechtesten möglichen Zeitpunkt, zu dem die Arbeitsplätze knapp sind und die Gehälter einbrechen. Aber was bleibt ihnen sonst?

Also steckt die Regierung Geld in die Wirtschaft, doch dabei handelt es sich um heißes Geld. Es ist Geld, das die Spekulanten verwenden, um auf Gold zu wetten... oder auf die brasilianischen Anleihen... oder auf die Ölforschungsunternehmen. Das Geld landet am Ende nie in den Händen der Verbraucher. Es treibt nie den Preis von Verbrauchsgütern nach oben. Es treibt die Verbraucherpreise nicht nach oben.

Wie in Japan in den Neunzigern ist es heute möglich, dass das heiße Geld aus Amerika sich auf dem ganzen Globus verteilt. Es könnte die gesamte Welt in ein Kasino verwandeln. Aber es wird der Realwirtschaft nicht helfen.

... wenn es nur des günstigen Geldes von der Regierung bedürfte, um Wohlstand zu bringen, dann würde Simbabwe reicher sein als die Schweiz. Offenkundig funktioniert es so nicht.

Doch jetzt der Schocker. Während wir wissen, dass die Politik des leichten Geldes keinen Wohlstand hervorbringen kann, mag es Sie überraschen, dass sie auch nicht notwendigerweise Inflation hervorrufen. Mit anderen Worten, mag es sein, dass die Regierung auch in dem Bereich inkompetent ist, den sie am besten beherrscht.

Warum steigt dann aber der Goldpreis?

Ach, ich hatte schon befürchtet, dass Sie das fragen würden. Ich habe darüber viel nachgedacht. Zum Teil liegt es daran, dass die Mitglieder meines Familienbüros kluge Menschen sind, die kluge Fragen stellen. Und zum Teil liegt es daran, dass ich mich frage, was ich mit meinem eigenen Gold anstellen soll. Kaufen? Verkaufen? Oder nichts tun?

Ich habe die halbe Nacht damit zugebracht, über dieses Thema nachzudenken. Letzten Endes war ich mir nicht sicher, eine klarere Vorstellung zu haben... aber wenigstens konnte ich wieder schlafen.

Ich habe Ihnen die Idee schon enthüllt. Die Regierung kann eine Spekulation bei Gold hervorrufen, aber sie kann nicht so leicht eine Verbraucherpreisinflation hervorrufen. Wie ich bereits erklärt habe, können sie das Geld in die Hände der Spekulanten bringen, aber nicht in die Hände der Verbraucher. Nicht inmitten einer Sparpolitik bei den Verbrauchern.

Die Adminstration unter Roosevelt stand vor dem gleichen Problem. Damals bestand aber zwischen Gold und dem Dollar noch eine Verbindung. Roosevelt musste den Dollar durch ein Edikt entwerten. Die Japaner konnten das nicht tun. Ebenso wenig die Regierung Obama.

In einem deflationären Kreditzyklus ist man vermutlich nur in der Lage, eine Verbraucherpreisinflation zu bewirken, indem man auf die außerordentliche Gelddruckerei im Stile Simbabwes ausweicht. Man kann das Geld von Helikoptern abwerfen, wie Ben Bernanke einst versprach. Aber wie in Simbabwe gezeigt wurde, ist hierbei die Heilmethode noch viel schlimmer als die Krankheit, die sie heilen soll.

Nachdem ich all das gesagt habe... kann Gold steigen... teilweise, weil die Leute auf Gold als Gegengift zur Inflation setzen (ohne zu bemerken, dass die Verbraucherpreisinflation vermutlich noch weit entfernt ist)... und teilweise aus anderen Gründen.

In der letzten Zeit könnten die Käufe durch die Chinesen zu den anderen Gründen gehören. Das Reich der Mitte will diversifizieren, um vom Dollar wegzukommen. Das Land hat auch eine Zentralbank, die nur über sehr wenige Goldreserven verfügt. Wie könnte man besser vom Dollar weg diversifizieren, als durch den Kauf von Gold für die Reserven der Zentralbank? Man erfährt auf der Straße, dass China beständig kauft.

Die Chinesen haben zu diesem Thema einige Ankündigungen gemacht. Ich weiß nicht wirklich, wer hier die Verantwortung trägt, daher weiß ich auch nicht wirklich, wessen Kommentare ich besonderes Gewicht geben soll. Ein chinesischer Vertreter sagte, dass die Regierung Gold kauft und die Absicht hat, noch mehr Gold zu kaufen. Ein anderer sagte, dass sie kaufen würden, wenn die Leute nicht damit rechnen", ein weiterer sagte, dass die Chinesen davon ausgingen, dass Gold auf 3.000 Dollar je Unze steigen würde.

Die Chinesen haben das Geld und das Motiv. Sie allein könnten den Goldpreis auf 3.000 Dollar steigen lassen, wenn sie wollten. Und vielleicht tun sie das auch.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »helmut« (18.09.2009, 14:36)

Bild 18.09.2009, 14:34
Offline helmut Männlich
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RE:News zu den Märkten von Bill B.

Der JP Morgan Effekt

von Bill B.

Was für ein erstaunlicher Betrug! So offensichtlich... und doch so effektiv. Es ist eine Freude, dabei zuzusehen.

 In der vergangenen Woche kletterte der Dow auf über 10.000 Punkte. Wenn er weiter so macht - er ist innerhalb eines Tages um 144 Punkte gestiegen - dann wird es bald der Kurserholung von 1929 gleichen.

 Der Rohölpreis ist auch gestiegen. Gold ist gleichzeitig auch gestiegen. Und der Dollar ist eingebrochen - auf nur 1,49 Dollar pro Euro.

 Der Grund für die Bewegungen Ende vergangener Woche wurde daraufhin auf den Titelseiten jedes Finanzblatts verkündet.

 Die Profite von JP Morgn heben den Dow an."

 JP Morgan. Das Wall Street Unternehmen, das vor einem Jahr noch von der Regierung gerettet werden musste, berichtet von Gewinnen in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar im dritten Quartal. Bei Gewinnen dieser Größenordnung im Finanzsektor wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis die gesamte Wirtschaft wieder brummt.

 Das scheint die Zeitung zu glauben. Der International Herald Tribune schreibt, dass die Gewinne der Bank ein weiteres Zeichen dafür sind, dass eine große Erholung auf dem Weg ist. Die Anleger scheinen das auch zu glauben. Gewinnoptimismus" steht hinter den Käufen.

 Aber ist das auch wahr? Wächst die Realwirtschaft wirklich, expandiert sie und erwirtschaftet Geld? Wir wollen uns das einmal ansehen:

 Immer noch im Job, zum halben Lohn"...

 ... lautet eine Schlagzeile der New York Times. Sie erzählt die Geschichte eines Flugzeugpiloten, der zurückgestuft wurde und dessen Bezahlung dabei halbiert wurde. Er verdient heute 30.000 im Jahr anstelle von 60.000 Dollar. Er taucht in den Arbeitslosenstatistiken nicht auf, aber er hat jetzt viel weniger Kaufkraft als noch vor einem Jahr. Die Ausgaben, die seinem eigenen Ermessen anheimgestellt sind, sind damit fast ausgelöscht.

 Die New York Times schreibt:

 Das Büro für Arbeitsmarktstatistiken verfolgt die Gehaltskürzungen nicht, aber sie legen nahe, dass sich diese im starken Rückgang anderer Statistiken widerspiegeln: Die gesamten wöchentlichen Gehälter an Arbeitnehmer aus der Produktion, darunter die Piloten, die 80% der Arbeitskräfte ausmachen. Der Index ist neun Monate in Folge gefallen, eine beispiellose Kette in den 44 Jahren, in denen das Büro die wöchentlichen Gehälter berechnet hat, wobei es eine hohe Zahl von Menschen, die keine Arbeit haben, erfasst, die die weniger Stunden arbeiten und die, deren Gehälter gekürzt wurden. Der alte Rekord war ein Rückgang über zwei Monate während der Rezession in den Jahren 1981 bis 1982."

 Das bedeutet", schreibt Thomas J. Nardone, ein leitender Angestellter des Büros, dass der Betrag, der den Leuten ausgezahlt wird, einen schweren Schlag einstecken musste. Nicht nur bei denen, die ihren Job verloren haben, sondern auch bei denen, die immer noch angestellt sind."

 Die Einkommen fallen im ganzen Land

 Offiziell haben ungefähr 15 Millionen Menschen keine Arbeit mehr. Viele weitere haben aufgehört nach einem Job zu suchen. Und jetzt ist es zum ersten Mal so, dass mehr als die Hälfte derer, die ihren Job verloren haben, ohne Arbeitslosenhilfe dastehen, ehe sie einen neuen Job finden konnten. Viele weitere bekommen überhaupt keine Unterstützung, weil ihre Jobs nicht wegfallen, sondern lediglich gekürzt werden ... entweder über die Stundenzahl, die sie arbeiten können oder über die Entlohnung selbst.

 Zuletzt habe ich geschrieben, dass die Babyboomer sogar mehr arbeiten... aber weniger verdienen. Die Boomer stecken wirklich in der Klemme. Sie haben nur noch wenige Jahre, um Geld für ihren Ruhestand zu sparen... und das wird in einer schwachen Wirtschaft nicht leicht werden.

 Ich habe auch über die Notlage der unreifen Jugend geschrieben... die von der BusinessWeek als Lost Generation" bezeichnet wird. Ihre Arbeitslosenquote ist doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Sie stehen am untersten Ende des Arbeiterpools und solange die Wirtschaft nicht anfängt zu expandieren, wird es ihnen sehr schwer fallen, die unterste Sprosse der Leiter zu erklimmen.

 Nimmt man all die Menschen, die keinen Job haben... die weniger Stunden arbeiten... und die aufgegeben haben, sich einen Job zu suchen... die herabgestuft wurden... und wenn man die Familienmitglieder hinzufügt, deren tägliches Brot von ihnen abhängt... dann hat man es mit fast einem Viertel der Bevölkerung zu tun. Wie können die Unternehmen noch erwarten, ihren Absatz und ihre Gewinne zu steigern, wenn ein Viertel der Bevölkerung gezwungen ist, sich massiv einzuschränken?

 Das können sie nicht. Die Ertragszahlen führen in die Irre. Die meisten Erträge, die wir haben kommen sehen, stammen aus der Kostenreduktion und nicht aus den steigenden Bruttoverkaufszahlen. Wie senken Unternehmen ihre Kosten? Indem sie die Zahl der Beschäftigten senken. Mit anderen Worten, die Ertragszahlen, die wir sehen, tragen zur Konjunkturschwäche bei... sie erleichtern sie nicht.

 Man kann erkennen, dass das kurzfristig zu gesteigerten Gewinnen führen kann. aber das kann nicht lange so weitergehen. Je mehr Unternehmen ihre Kosten senken, desto mehr bricht der Absatz ein, weil die Verbraucher (die auch ihre Angestellten sind) weniger Geld haben, das sie ausgeben können.

 Einem Bericht der Wall Street zufolge, zögern die Unternehmen aufgrund von zu hoher Kapazität und fallenden Absatzzahlen diese Gewinne in die Unternehmen zu reinvestieren."

 Und das ist der Grund, warum Geschäftsinvestitionen, noch schneller einbrechen als die Absatzzahlen. Und das ist der Grund, warum die Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen, es so schwer haben, einen zu finden.

Wie konnte JP Morgan in einer so schlechten Wirtschaft so viel Geld erwirtschaften?

 Skepsis ist angebracht

 Ich beginne mit ein wenig Skepsis. Schließlich weiß ich, dass die Konsumenten nicht konsumieren. Die Verbraucherkredite brechen ein. Deswegen können sie an dieser Stelle nicht an Geld kommen. Und ich weiß auch, dass die Unternehmen nicht expandieren, deswegen kann es auch nicht sein, dass sie ihr Geld verdienen, weil sie Geld an Unternehmen verleihen.

 Doch einen Augenblick, JP Morgan ist doch eine Bank, oder nicht? Verdienen Banken ihr Geld nicht, indem sie Geld verleihen? Ja, das habe ich auch gedacht. Aber an wen verlieht JP Morgan das Geld?

 Der einzige hauptsächliche Kreditnehmer ist die Regierung.

 Die Financial Times bestätigt, dass Morgans amerikanische Verbrauchergeschäft weiter geblutet hat, nachdem die Abteilung der Kreditkarten 700 Millionen Dollar im Quartal verloren hat und die Bankfilialen kaum bei Null rauskamen." Man hat 7 Milliarden Dollar in geplatzten Verbraucherkrediten abschreiben müssen - mehr als das Doppelte gegenüber dem Vorjahr.

 Auch die Hypothekenabteilung verliert Geld. Und sie haben sicher kein Geld erwirtschaftet, indem sie amerikanischen Unternehmen dabei geholfen haben, neue Fabriken zu bauen und die Gehaltslisten zu verlängern.

 Was bleibt dann noch? Alle diese Komponenten der Geschäftswelt, die mit der Realwirtschaft zu tun haben, verlieren Geld oder kommen gerade noch bei Null raus. Was bleibt?

 Aus den Nachrichten erfährt man, dass die großen Profite auf das Trading" zurückzuführen sind. Aber Trading ist ein weiter Begriff. Und ich gehe davon aus, dass wenn man genauer hinsieht, man feststellen wird, dass JP Morgan das Geld auf die altmodische Weise verdient hat - indem man die Regierung abgezockt hat.

 ,Sie wollen damit sagen, dass JPMorgan das Geld der Regierung genommen hat und jetzt große Gewinne verzeichnet, weil man es einfach an die Leute zurückverliehen hat, von denen es kam?

Ja, aber nicht nur das. Sie spekulieren zudem vermutlich noch auf Gold, Öl und Aktien... wie alle anderen auch. Das Geld der Regierung hat bei all diesen spekulativen Trades Gewinne hervorgebracht.

Und jetzt werden sie große Prämien an sich selbst ausschütten, nicht wahr?

Ja, die Zeitungen berichten, dass die Prämien an der Wall Street neue Rekorde erreichen."

Dann werden sie also, wenn die nächste Krise kommt, kein Geld mehr auf der Bank haben, oder?

Nein, werden sie nicht.

Also werden sie wieder gerettet werden müssen?
Richtig.

Aber vielleicht wird die Regierung beim nächsten Mal schlauer sein und zulassen, dass sie Pleite machen.

Keine Chance. Die Wall Street hat viele Freunde in hohen Positionen in Washington. In einem Bericht in der Zeitung heißt es, dass Helfer Geithners Millionen erwirtschaftet haben, als sie für Banken und Hedgefonds arbeiteten." Die Berater verdienen für ihre Regierungsarbeit ungefähr 150.000 Dollar. Andererseits beraten sie Finanzunternehmen, die sie eigentlich regulieren sollten, und dort zahlt man ihnen Millionen.

Was für eine nette Beziehung. Sie stellen sicher, dass es der Wall Street gut geht - selbst wenn sie dumme Dinge tut. Die Wall Street stellt sicher, dass sie reicher werden - selbst wenn sie die Regierung dazu bringen, dumme Dinge zu tun. Und wenn ihre Zeit in Washington vorbei ist, dann gehen sie an die Wall Street, wo sie noch weitere Millionen verdienen können. Amerikas Zentren der politischen Macht und Finanzmacht spielen ein nettes kleines Spielchen. Es wird so bald nicht vorbei sein. Es ist für beide gewinnträchtig.

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26.02.2010, 09:23 von starfreund

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Gipfel Maidle 2010 Feldberg-Schwarzwald- Quelle Fotos: Badische Zeitung Freiburg
10.10.2009, 09:46
Gipfel Maidle 2010 Feldberg-Schwarzwald- Quelle Fotos: Badische Zeitung Freiburg
10.10.2009, 09:43
Gipfel Maidle 2010 Feldberg-Schwarzwald- Quelle Fotos: Badische Zeitung Freiburg
10.10.2009, 09:41
Gipfel Maidle 2010 Feldberg-Schwarzwald
10.10.2009, 09:39
Flamenco beim Chiringuito (Strandbar) Heaven in Estepona
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